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ICTBreaker BlockOrder FlowPrice Action

ICT Breaker Blocks — Das Konzept einfach erklärt

5 min Lesezeit

Wenn du dich schon länger mit ICT-Konzepten beschäftigst, kennst du vermutlich bereits Order Blocks — Preiszonen, in denen institutionelle Marktteilnehmer ihre Positionen aufgebaut haben. Aber was passiert, wenn ein Order Block scheitert? Dann entsteht etwas noch Interessanteres: ein Breaker Block.

Was ist ein Breaker Block?

Ein Breaker Block ist ein gescheiterter Order Block, der seine Richtung gewechselt hat. Er entsteht, wenn der Markt durch einen bestehenden Order Block hindurchbricht, anstatt davon abzuprallen — und sich diese Zone anschließend in ein Magnetziel für eine spätere Reaktion verwandelt.

Kurz gesagt: Der Breaker Block ist das „Überbleibsel" eines Order Blocks, der seinen Zweck nicht erfüllt hat — und genau deshalb so nützlich ist.

Der Unterschied zum Order Block

  • Order Block: Preis dreht an dieser Zone — Institutionelle haben hier Positionen aufgebaut.
  • Breaker Block: Preis bricht durch die Zone — die ursprüngliche Absicht ist gescheitert, Liquidität wurde geholt, und die Zone fungiert nun als Widerstand (bearish) oder Support (bullish) von der anderen Seite.

Ein regulärer Order Block ist eine Zone, die noch nicht „verbraucht" ist. Ein Breaker Block ist eine Zone, die bereits getestet, durchbrochen und umgepolt wurde.

Wie bildet sich ein Breaker Block?

Die Entstehung folgt einem klaren Muster in drei Phasen:

  1. Struktur wird aufgebaut: Der Markt bildet ein Swing-Hoch oder Swing-Tief, das einen Order Block definiert.
  2. Liquidität wird geholt: Der Preis kehrt zurück, nimmt die Liquidität hinter dem Strukturpunkt (Stops), und bricht durch den Order Block hindurch.
  3. Die Zone polt um: Der ehemalige Order Block — jetzt ein Breaker Block — wird später erneut angelaufen und reagiert in die entgegengesetzte Richtung.

Dieses Muster ist kein Zufall. Es spiegelt institutionelles Verhalten wider: Smart Money nimmt Retail-Stops mit, dreht die Position, und nutzt die alte Zone für einen Re-Entry.

Bullisher vs. Bearisher Breaker Block

Bullisher Breaker Block

  • Entsteht aus einem bearishen Order Block, der nach unten durchbrochen wird.
  • Das letzte bullishe Candle vor dem Durchbruch nach unten wird zum Breaker.
  • Preis kehrt später an diese Zone zurück und reagiert bullish — als Support.

Bearisher Breaker Block

  • Entsteht aus einem bullishen Order Block, der nach oben durchbrochen wird.
  • Das letzte bearishe Candle vor dem Durchbruch nach oben wird zum Breaker.
  • Preis kehrt später an diese Zone zurück und reagiert bearish — als Widerstand.

Wie erkennst du Breaker Blocks auf dem Chart?

Hier ist ein klarer Ablauf für die Identifikation:

  1. Suche einen Swing-Punkt (Higher High, Lower Low) auf deinem Analyse-Timeframe.
  2. Prüfe, ob Liquidität geholt wurde — wurden Stops oberhalb eines Highs oder unterhalb eines Lows mitgenommen?
  3. Wurde der Order Block durchbrochen? Wenn ja, markiere die letzte konträre Candle vor dem Durchbruch.
  4. Warte auf den Pullback — kehrt der Preis an diese Zone zurück?
  5. Achte auf eine Reaktion — Ablehnung, kleiner Doji, Momentum-Shift.

Wichtig: Nicht jede durchbrochene Zone ist ein Breaker Block. Der Kontext — also Marktstruktur, Liquiditätszonen und übergeordneter Trend — muss stimmen.

Warum funktionieren Breaker Blocks?

Breaker Blocks funktionieren, weil sie institutionellen Order Flow widerspiegeln. Wenn Smart Money einen Order Block entstehen lässt, Liquidität dahinter aufbaut (durch Retail-Trader, die Orders an Swing-Punkten setzen) und dann durch die Zone bricht, hinterlässt das eine Preisineffizienz.

Diese Zone wird später erneut besucht — nicht durch Zufall, sondern weil unerfüllte Orders und algorithmische Systeme den Preis dorthin ziehen. Der Breaker Block ist eine Art „institutionelle Umkehrzone", die durch die Liquiditätsjagd entstanden ist.

Wer die Fair Value Gaps kennt, versteht das Prinzip: Der Markt kehrt zu Ineffizienzen zurück. Ein Breaker Block ist eine solche Ineffizienz auf Strukturebene.

Trading-Setups mit Breaker Blocks

Setup 1: Breaker Block als Einstiegspunkt

  • Warte, bis der Preis an den Breaker Block zurückkehrt.
  • Suche auf einem kleineren Timeframe (z. B. 15m oder 5m) nach einem Momentum-Shift oder einem Market Structure Shift (MSS).
  • Steige ein, wenn sich eine klare Reaktion zeigt.
  • Stopp: Knapp jenseits des Breaker Blocks (hinter Hoch oder Tief der Zone).
  • Ziel: Nächstes liquides Level — z. B. ein unvollständiges Hoch/Tief, ein Fair Value Gap oder eine Premium/Discount-Zone.

Setup 2: Das Unicorn Model — Breaker Block + FVG

Das Unicorn Model kombiniert zwei der stärksten ICT-Konzepte: einen Breaker Block und ein Fair Value Gap (FVG), das innerhalb der Breaker-Zone liegt.

So funktioniert es:

  1. Identifiziere einen Breaker Block (bullish oder bearish).
  2. Prüfe, ob innerhalb oder direkt unterhalb/oberhalb des Breakers ein FVG existiert.
  3. Warte, bis der Preis in das FVG innerhalb des Breakers einläuft.
  4. Suche dort eine Reaktion — das ist der Einstieg.

Dieses Setup hat eine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, weil zwei voneinander unabhängige institutionelle Preiszonen zusammenfallen. Der Markt wird wie von einem Magneten in die Zone gezogen und reagiert dann scharf.

Stop Loss und Ziele

Stop Loss:

  • Platziere den Stopp knapp unterhalb des tiefsten Punktes des bullishen Breakers (bzw. oberhalb des bearishen Breakers).
  • Etwas Puffer einplanen — nicht direkt auf der Kante.

Profit-Ziele:

  • Nächstes Fair Value Gap in Trendrichtung
  • Altes Hoch oder Tief (unberührte Liquidität)
  • HTF Order Block oder Imbalance
  • Premium/Discount-Zonen: 50 % des letzten Swings (Equilibrium), 79 % Retracement (OTE-Level)

Ein Risk-Reward von 1:2 bis 1:4 ist bei sauber ausgeführten Breaker-Block-Setups realistisch.

Welche Timeframes eignen sich?

Breaker Blocks funktionieren auf allen Timeframes — entscheidend ist der Kontext:

  • Analyse (HTF): Daily, 4H — hier erkennst du den übergeordneten Bias und die wichtigsten Breaker Blocks.
  • Einstieg (LTF): 15m, 5m, 1m — hier wartest du auf die Reaktion und den genauen Einstieg.
  • Sweet Spot: 1H-Breaker mit 5m-Einstieg ist für viele Trader ein solider Ansatz.

Vermeide es, Breaker Blocks ausschließlich auf dem 1-Minuten-Chart zu suchen — ohne HTF-Kontext sind sie wenig aussagekräftig.

Häufige Fehler beim Trading mit Breaker Blocks

  • Kein Kontext: Breaker Blocks gegen den übergeordneten Trend traden — das erhöht die Fehlerquote erheblich.
  • Falscher Einstieg: Direkt beim ersten Touch einsteigen, ohne auf eine Reaktion auf dem LTF zu warten.
  • Zone falsch markiert: Den falschen Candle als Breaker markieren — immer die letzte konträre Kerze vor dem Durchbruch nehmen.
  • Zu enger Stopp: Stopp direkt auf der Zonenkante platzieren — Preis braucht etwas Spielraum.
  • Übertrading: Jeden durchbrochenen Order Block als Breaker behandeln — Selektivität ist der Schlüssel.

Praktische Tipps

  • Marke die Zone klar: Zeichne den Körper der konträren Kerze als Rechteck in deinen Chart.
  • Warte auf Bestätigung: Ein Market Structure Shift auf dem LTF ist eine starke Bestätigung.
  • Kombiniere mit Sessions: Breaker Blocks, die während der Londoner oder New Yorker Session angelaufen werden, reagieren oft stärker.
  • Führe ein Journal: Dokumentiere jeden Breaker-Block-Trade — du wirst Muster erkennen, die deine Trefferquote verbessern.
  • Übe auf Demo: Breaker Blocks erkennen ist Übungssache — mindestens 30-50 Beispiele auf historischen Charts analysieren, bevor du live gehst.

Fazit

Breaker Blocks sind eines der präzisesten Konzepte im ICT-Toolkit. Sie entstehen aus gescheiterten Order Blocks, spiegeln institutionellen Order Flow wider und bieten klare Einstiegszonen mit definierbarem Risiko. Kombiniert mit Fair Value Gaps — besonders im Unicorn Model — gehören sie zu den stärksten Setups, die der ICT-Ansatz zu bieten hat.

Der Schlüssel liegt in der Geduld: Warte auf den Pullback, warte auf die Bestätigung, und handle nur im Kontext des übergeordneten Trends. Dann sind Breaker Blocks ein mächtiges Werkzeug in deinem Trading-Arsenal.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Trading birgt erhebliche Risiken.

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