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ICTSilver BulletTrading StrategyPrice Action

ICT Silver Bullet — Die Trading-Strategie Schritt für Schritt

4 min Lesezeit

Was ist die ICT Silver Bullet Strategie?

Die ICT Silver Bullet ist eine präzise Intraday-Strategie aus dem ICT-Konzept (Inner Circle Trader) von Michael Huddleston. Sie basiert auf drei klar definierten Zeitfenstern, in denen der Markt besonders hohe Wahrscheinlichkeit für saubere, institutionelle Bewegungen zeigt.

Das Kernprinzip: Innerhalb dieser Fenster wartest du auf einen Liquiditätssweep, gefolgt von der Bildung einer Fair Value Gap (FVG). Diese FVG dient als dein Einstiegspunkt — präzise, regelbasiert und wiederholbar.

Die Strategie eignet sich besonders gut für Trader, die:

  • Klare Regeln ohne viel Interpretation bevorzugen
  • Nur wenige, hochwertige Trades pro Tag suchen
  • Bereits grundlegende ICT-Konzepte wie FVGs und Liquidität verstehen

Die drei Silver Bullet Zeitfenster

Die Fenster orientieren sich an den aktiven Handelssitzungen. Hier sind die Zeiten in EST und CET:

Fenster 1 — London Open (3–4 Uhr EST / 9–10 Uhr CET)

  • Frühe London-Session, oft mit starken Eröffnungsbewegungen
  • Markt sweept Overnight-Hochs oder -Tiefs
  • Besonders gut für Forex-Paare geeignet (GBP/USD, EUR/USD)

Fenster 2 — New York Open (10–11 Uhr EST / 16–17 Uhr CET)

  • Stärkste Session des Tages, höchstes Volumen
  • Nachdem New York eröffnet hat und London noch aktiv ist
  • Sehr zuverlässig für Indizes (NQ, ES) und Forex

Fenster 3 — New York Afternoon (14–15 Uhr EST / 20–21 Uhr CET)

  • Nach der Mittagspause der New Yorker Sitzung
  • Weniger zuverlässig als Fenster 1 und 2
  • Geeignet für erfahrenere Trader, nicht ideal für Anfänger

Wichtig: Trades außerhalb dieser Fenster gelten nicht als Silver Bullet Setup — halte dich strikt daran.


Einstiegskriterien im Detail

Ein gültiges Silver Bullet Setup besteht aus genau drei Schritten:

Schritt 1 — Liquiditätssweep identifizieren

Zu Beginn des Zeitfensters muss der Markt eine bekannte Liquiditätszone sweepen:

  • Ein vorheriges Hoch oder Tief des Tages
  • Asian Range Hoch/Tief
  • Vortageshoch oder -tief

Ohne einen klaren Sweep gibt es kein Setup — warte weiter.

Schritt 2 — Fair Value Gap (FVG) abwarten

Nach dem Sweep bildet der Markt eine FVG in der Gegenrichtung:

  • Bei einem Bullish Setup: Markt sweept ein Tief, kehrt dann nach oben um und hinterlässt eine bullishe FVG
  • Bei einem Bearish Setup: Markt sweept ein Hoch, dreht nach unten und hinterlässt eine bearishe FVG

Die FVG muss innerhalb des Zeitfensters entstehen.

Schritt 3 — Einstieg in die FVG

Du wartest, bis der Preis in die FVG zurückkehrt:

  • Entry bei 50% der FVG (Mittelwert) oder am unteren/oberen Rand
  • Stop Loss knapp unterhalb/oberhalb der FVG (plus etwas Puffer)
  • Take Profit an der nächsten Liquidität oder einem wichtigen Struktur-Level

Welche Märkte und Instrumente eignen sich?

Die Silver Bullet funktioniert am besten auf liquiden Märkten mit klaren Institutionellen Bewegungen:

Forex:

  • EUR/USD — besonders in Fenster 1 und 2
  • GBP/USD — sehr aktiv in der London Session
  • GBP/JPY — hohes Potenzial, aber auch höhere Volatilität

Indizes:

  • NQ (Nasdaq 100 Futures) — sehr sauber in Fenster 2
  • ES (S&P 500 Futures) — zuverlässig, etwas weniger volatil als NQ

Weniger empfohlen: Kryptowährungen, exotische Paare, Rohstoffe — hier fehlt oft die institutionelle Präzision, die das Setup braucht.


Stop Loss und Take Profit Platzierung

Stop Loss

  • Platziere den SL knapp hinter dem Sweep-Punkt (das Hoch/Tief, das geklaut wurde)
  • Alternativ: 1–3 Pips/Punkte hinter dem äußeren Rand der FVG
  • Vermeide zu enge Stops — der Markt braucht etwas Raum

Take Profit

  • Erstes Ziel: Nächste Liquiditätszone (vorheriges Hoch/Tief)
  • Zweites Ziel: Daily Open, Weekly Open oder PDH/PDL
  • Mindest-CRV: 1:2 — besser 1:3 oder mehr

Positionsgrößenberechnung

Berechne deine Lotgröße immer basierend auf deinem fixen Risiko pro Trade:

  1. Bestimme dein maximales Risiko (z.B. 1% des Kontos)
  2. Messe die Distanz vom Entry zum Stop Loss in Pips/Punkten
  3. Berechne die Lotgröße entsprechend

Silver Bullet kombinieren mit anderen ICT-Konzepten

Die Strategie wird deutlich stärker, wenn du sie im Kontext des gesamten ICT-Frameworks anwendest:

Kill Zones: Die Zeitfenster sind bereits Kill Zones — stelle sicher, dass du weißt, ob du in der London oder New York Kill Zone tradest.

Market Structure: Trade nur in Richtung des übergeordneten Trends. Auf dem Daily oder 4H Chart bullish? Dann fokussiere dich auf Bullish Silver Bullet Setups.

Premium und Discount: Idealerweise steigst du in einem Discount-Bereich long ein und in einem Premium-Bereich short.

HTF Bias: Analysiere vor dem Trade den Daily und 4H Chart. Der HTF Bias bestimmt deine Richtung — nie dagegen traden.


Backtesting — So übst du die Strategie richtig

Backtesting ist Pflicht, bevor du echtes Kapital riskierst:

  1. Lade historische Daten auf dem 1-Minuten- oder 5-Minuten-Chart
  2. Markiere die Zeitfenster auf deinem Chart (verwende vertikale Linien)
  3. Dokumentiere jeden Setup: Screenshot, Datum, Fenster, Richtung, Ergebnis
  4. Mindestens 50–100 Setups tracken, bevor du Schlüsse ziehst
  5. Bewerte deine Stats: Winrate, Durchschnitts-CRV, maximaler Drawdown

Nutze Trading-Journals wie Notion oder Excel für die Dokumentation. Sorgfältiges Backtesting zeigt dir auch, welches der drei Fenster für deinen bevorzugten Markt am besten funktioniert.


Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Fehler 1 — Trades außerhalb der Fenster erzwingen Warte konsequent auf die drei definierten Zeitfenster. Kein Fenster, kein Trade.

Fehler 2 — Fehlenden Liquiditätssweep ignorieren Ein FVG allein reicht nicht. Der vorherige Sweep ist ein essentieller Teil des Setups.

Fehler 3 — Gegen den HTF-Trend traden Prüfe immer zuerst den Daily und 4H Bias, bevor du einen Trade eingehst.

Fehler 4 — Stop Loss zu eng setzen Der Markt braucht Platz. Ein Stop Loss direkt am FVG-Rand ohne Puffer führt zu unnötigen Stop-Outs.

Fehler 5 — Ungeduld und Overtrading Nicht jedes Fenster liefert ein Setup. Manchmal ist Nichtstun die beste Entscheidung.


Fazit

Die ICT Silver Bullet ist eine der strukturiertesten Intraday-Strategien aus dem ICT-Framework. Klare Zeitfenster, präzise Regeln und eine hohe Wiederholbarkeit machen sie ideal für Trader, die Konsistenz über Quantität stellen.

Starte mit einem Fenster, einem Markt und konsequentem Backtesting — bevor du live tradest. Mit genug Übung wird das Setup zur zweiten Natur.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Trading birgt erhebliche Risiken.

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